Triterpene

Definition

Triterpene gehören zur Gruppe der Lipide. Aus ihnen leiten sich die so genannten Steroide ab. Dies sind zum Beispiel:

  • Steroidhormone

  • Sterine (= Sterole) wie Cholesterin oder Mykosterine (Ergosterin bzw. Ergosterol als Vorstufe von Vitamin D)

  • Gallensäuren

Triterpene sind aber auch sekundäre Pflanzenstoffe, die auch in Pilzen vorkommen. Da sie zu den Lipiden gehören, sind sie nicht in kaltem, sondern nur in heißem Wasser und Alkohol löslich.

Vorkommen

Steroide sind im Agaricus blazei murrill (ABM) und Cordyceps nachgewiesen. Reishi soll mehr als 100 verschiedene Triterpene enthalten und auch im Polyporus umbellatus hat man Triterpene (Polyporusterone) gefunden. Reishi ist hier besonders hervorzuheben, da er sehr reich an Sporen ist und sich Triterpene vor allem in den Sporen nachweisen lassen. In Hericium erinaceus wurden Diterpenoide (Cyathan-Derivat), das heißt so genannte Erinacine nachgewiesen. Ergosterol, auch Ergosterin genannt, ist zu finden in Agaricus blazei murrill, Cordyceps, Coriolus, Hericium, Maitake, Polyporus, Reishi (Fruchtkörper) und in Shiitake. Ein anderes Sterol, das Lanosterol, kommt im Reishi vor.

Wirkung

Terpene und die sich daraus ableitenden Substanzen wie die Triterpene sind für die adaptogene Wirkung der Pilze mitverantwortlich. Aufgrund ihrer chemischen Struktur kommen sie bei allen Erkrankungen zum Einsatz, bei denen normalerweise Steroidhormone - wie Kortison - eingesetzt werden.

Triterpene wirken sich positiv aus bei

  • Entzündungen

  • Allergien

  • Viralen Erkrankungen (Hemmung der reversen Transkriptase bei HIV und EBV)

  • Lebererkrankungen (leberschützend)

  • Krebserkrankungen (zytotoxisch und anti-angiogenetisch)

  • Impotenz

  • Bluthochdruck: ACE (Angiotensin Converting Enzym) wird gehemmt; ACE wirkt indirekt gefäßverengend

  • Erhöhten Cholesterin- und Triglyzeridwerten (Hemmung der Cholesterinbiosynthese und Senkung von LDL-Cholesterin)

  • Thromboseneigung (antiaggregativ)

Triterpene des Polyporus (Polyporusteron A und B) wirken antioxidativ und antihämolytisch bei Hämolyse durch chemische Mittel.

Erinacine aus Hericium erinaceus wirken außerdem stimulierend auf die Nervenwachstumsfaktoren (NGF) im Gehirn und in der Peri­pherie. Dies führt zur Regeneration und Remyelinisierung von Nerven. Außerdem bewirkt NGF die Regulation der TH 1- / TH 2-Immun­antwort im zentralen Nervensystem bei Autoimmunprozessen.

Ergosterol, eine Vorstufe von Vitamin D2 (Ergocalciferol), kommt nur in Pflanzen oder Pilzen vor und ist somit für den menschlichen Körper essenziell. Es ist wichtig für die Einlagerung von Kalzium in die Knochenmatrix.

Quellen

  • Willard, T.: "Reishi - Der Wunderpilz der alten Chinesen"; Wilhelm Heyne Verlag, 1999
  • Halpern, G.M.: "Healing Mushrooms. Effective Treatments for today’s illnesses"; Square One Publishers, 2007
  • Prof. Dr. med. Ivo Bianchi: "Moderne Mykotherapie"; Hinckel Druck, 2008
  • Smith, Rowan and Sullivan: "Medicinal Mushrooms: Their therapeutic properties and current medical usage with special emphasis on cancer treatments"; May 2002, University of Strathclyde
  • Halpern, G.M.: "Healing Mushrooms. Effective Treatments for today’s illnesses"; Square One Publishers, 2007