Adenosin

Definition

Adenosin ist ein Grundbaustein des ATP (Adenosintriphosphat). ATP ist der Energielieferant aller Zellen und auch ein Baustein der DNA. Adenosin fungiert auch als Neurotransmitter mit einer ähnlichen Molekülstruktur wie Koffein, es besetzt dieselben Rezeptoren, stimu­liert sie aber nicht.

Außerdem ist es auch ein Baustein einiger Coenzyme. Ein Baustein des Adenosin wiederum ist Adenin. Ein Abkömmling (Derivat) hiervon ist das im Shiitake enthaltene Eritadenin.

Physiologische Wirkung im Körper

Bei allen energieverbrauchenden Prozessen im Körper wird ATP abgebaut. Somit wird Adenosin freigesetzt. Im Bereich des Nerven­sys­tems besetzt Adenosin bestimmte Rezeptoren, so dass belebende Substanzen wie Koffein oder aktivierende Neurotransmitter wie Dopa­min, Acetylcholin oder Noradrenalin blockiert sind. Es gibt einen Rückkopplungseffekt: Je aktiver die Nervenzellen, desto mehr ATP wird verbraucht und desto mehr Adenosin fällt an. Dadurch werden mehr Rezeptoren besetzt, die Nervenzellen arbeiten langsamer und das Gehirn ist vor "Überanstrengung" geschützt. Außerdem führt die Blockade aktivierender Neurotransmitter zu einer Erweiterung der Blutgefäße mit daraus folgender Blutdrucksenkung.

Der Adenosinanstieg stimuliert aber auch die Glykolyse. Auf diese Weise wird die Verfügbarkeit von Energie erhöht. Auf die Lipolyse hat Adenosin dagegen eine hemmende Wirkung.

Durch Adenosin kann Thrombin und Vasopressin blockiert werden, dies führt zu einer Aggregationshemmung der Blutplättchen und zur Gefäßerweiterung über die Entspannung der glatten Muskulatur.

Auch in der Leber zeigt Adenosin über die Gefäßerweiterung eine schützende Wirkung vor Sauerstoffmangel und in der Lunge bewirkt es eine Bronchodilatation (Erweiterung der Bronchien).

Des Weiteren fungiert Adenosin als endogener Regulator von Immun- und Entzündungsvorgängen. Es hemmt die Aktivierung der neu­tro­philen Granulozyten, die Phagozytose und die Produktion einiger toxischer Nebenprodukte des Entzündungsprozesses, wodurch exzessive Schädigungen verhindert werden.

Auch schützt Adenosin nachweislich vor freien Sauerstoffradikalen, wie sie bei normalen oxidativen Stoffwechselvorgängen und be­sonders im Zustand einer Hypoxie bzw. Ischämie gebildet werden.

Adenosin werden auch schmerzlindernde Eigenschaften zugesprochen. Eritadenin ist für die cholesterinsenkende Wirkung des Shiitake verantwortlich.

Vorkommen in bestimmten Pilzen

Adenosin ist neben den Polysacchariden und den Triterpenen für die adaptogenen Eigenschaften der Pilze verantwortlich. Durch Ade­nosin kommt es zu einer vermehrten Bereitstellung von Energie, einer Überstimulierung des Nervensystems wird entgegengewirkt und die glatte Muskulatur entspannt sich. Adenosine sind bislang in folgenden Pilzen konkret nachgewiesen: Agaricus blazei murrill (ABM), Auricularia, Cordyceps (Cordycepin), Reishi und Shiitake (Eritadenin).

Quellen

  • Willard, T.: "Reishi - Der Wunderpilz der alten Chinesen"; Heyne Verlag, 1999
  • Klotz, Prof. Dr. Karl-Norbert: "A2B Adenosin Rezeptoren in der kardiovaskulären Pathologie - von der Medizinischen Chemie zur molekularen Genetik"; Universität Würzburg